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    Wie funktioniert das Beflocken?



    Beflocktes Substrat

    Beflockt wird im elektrostatischen Feld, dies geschieht entweder manuell, halb- oder vollautomatisch, rein elektrostatisch oder elektrostatisch-pneumatisch.

    Zuerst wird auf dem Trägermaterial (Substrat) Klebstoff aufgetragen. Dies geschieht entweder durch Spritzen, Walzen, Streichen, Tauchen, Tampondruck oder durch Siebdruck. Dabei ist grundsätzlich darauf zu achten, dass die Klebstoffschicht in ausreichender Stärke aufgetragen wird, damit sich die Flockfasern optimal im Klebstoffbett verankern können.
    Generell haftet bzw. verankern sich die Flockfasern nur dort wo auch Klebstoff aufgetragen wurde. Das bedeutet, möchte man nur einen Teilbereich beflocken, muss der nicht zu beflockende Bereich maskiert werden. Der Flock selber wird dann anschließend mit einer elektrischen Ladung beaufschlagt. Dies bewirkt, dass sich die Flockfasern in diesem Feld senkrecht ausrichten und sich im Klebstoff fixieren. Bevor man das Produkt oder Bauteil benutzen kann, muss nach dem Trocknen den Flocküberschuss entfernt werden. Dies geschieht meist durch abblasen oder absaugen. 


    Folgende Arbeitsgänge umfasst das Beflocken:


  • Reinigen der Oberfläche von Verschmutzungen (Öl, Fette, Staub)
  • Auftragen des Klebstoffs mittels Spritzen, Tauchen, Streichen oder Walzen
  • Auftragen des Flocks mit einem Beflockungsgerät
  • Trocknung des Klebstoffes bei Raumtemperatur oder im Ofen
  • Reinigen von losen Flockfasern durch Absaugen, Blasen, Klopfen, Bürsten oder Waschen

  • Flächen können genauso beflockt werden wie dreidimensionale Objekte aus Textil, Papier, Metall, Kunststoffe, Glas, Keramik, Holz, Folie u.v.m.


    Das elektrische Feld zwischen zwei punktförmigen Ladungen

  • ungleichnamige Pole ziehen sich an
  • Feldlinien treffen immer senkrecht auf der Ladungsoberfläche auf
  • der stäbchenförmige Flock nimmt an einem Pol durch Ionisation oder Influenz Ladung auf und fliegt entsprechend den Feldlinien zum Gegenpol
  • Flock richtet sich im Feld als Dipol gemäß den Feldlinien aus und wird im Feld beschleunigt

  • Das elektrische Feld zwischen zwei Plattenelektroden

    Elektrisches Feld zwischen zwei Plattenelektroden
  • trifft eine aufgeladene Faser auf einen Gegenpol, wie z. B. eine geerdete Fläche, so gibt sie dort ihre Ladung ab
  • wird diese Faser am Gegenpol nicht in Klebstoff verankert, so wird sie wieder von der Hochspannungselektrode angezogen, um sich dort erneut aufzuladen
  • dieser Vorgang wiederholt sich so lange, bis die Faser einen Platz im Klebstoff findet oder aus dem elektrischen Feld fällt

  • Arbeitsablauf bei der Beflockung

    1. Vorbehandlung (wenn erforderlich)
    2. Klebstoffauftrag
    3. Beflockung
    4. Vorreinigung
    5. Trocknung
    6. Endreinigung
    7. Qualitätsüberprüfung
    8. Verpacken

    Kann jedes Material beflockt werden?

    Prinzipiell ja – außer Materialien, in denen Silikone verarbeitet wurden. Auch Materialien wie z.B. Polypropylen und Polyethylen, sogenannte Polyolefine, können beflockt werden. Allerdings müssen diese zusätzlich vorbehandelt werden. Ein weiteres ungünstiges Material ist POM. Dies kann zwar beflockt werden, allerdings muss dies speziell mit einer Säure vorbehandelt werden. Generell ist eine Haftung durch eine Probebeflockung zu testen. Wir haben folgende Materialien bereits beflockt: ABS, ABS/PC, PC/ABS, PS, EPS, PP, PE, EPP, EPS, PVC, Acryl, Gummi, Holz (lackiert und unbehandelt), HDF, MDF, Glas, Keramik, Stein, Stahl (blank und verzinkt), Aluminium (blank und eloxiert), Edelstahl, Schaumstoffe (verschiedenster Art), Polyurethan, Messing, Knochen (Rehgeweih) und Gips.


    Warum wird beflockt?

  • Erzeugen einer elastischen, dekorativen oder funktionellen Oberfläche, die sich jeder Kontur anpasst
  • Isolationsschicht auf einer heißen oder kalten Fläche zum Schutz gegen Berührung oder Kondensatbildung
  • Gleit- oder Haftfläche, je nach Materialpartner
  • Dichtfläche mit guter Gleitwirkung z.B. gegen Glas
  • Saug- oder aufnahmefähige Oberfläche bei Handschuhen oder Malerwalzen
  • Geräuschdämmung gegen Klappern oder Geräuschreflexionen
  • Weitere Anwendungsbeispiele

  • Faradayscher Käfig

    Der Faradaysche Käfig (auch Faraday-Käfig) ist eine allseitig geschlossene Hülle aus einem elektrischen Leiter (z. B. Drahtgeflecht oder Blech), die als elektrische Abschirmung wirkt. Bei äußeren statischen oder quasistatischen elektrischen Feldern bleibt der innere Bereich zufolge der Influenz feldfrei.

    Bei zeitlich veränderlichen Vorgängen wie elektromagnetischen Wellen beruht die Abschirmwirkung auf den sich in der leitfähigen Hülle ausbildenden Wirbelströmen, die dem äußeren elektromagnetischen Feld entgegen wirken. Statische oder langsam variierende Magnetfelder (wie das Erdmagnetfeld) werden durch einen Faradayschen Käfig nicht abgeschirmt, sodass ein Kompass auch innerhalb eines solchen Käfigs weiterhin funktioniert.

    (Quelle: Wikipedia)