Welche Klebstoffe gibt es?

Es gibt zwei Gruppen von Klebstoffen: Lösemittel- und wasserbasierende Klebstoffe.

Lösemittel-Klebstoffe haben zwar den Vorteil, dass sie besser haften – aber sie sind belastender für die Umwelt, für den Mitarbeiter, der ihn verarbeitet und sind teurer bei der Herstellung und beim Entsorgen.

Dispersions-Klebstoffe sind umweltverträglicher und können nach Aushärtung (meist) über den Restmüll entsorgt werden. Diese gibt es als 1- und 2-komponentige Klebstoffe – jenachdem, welche Anforderungen erzielt werden müssen bzw. welches Substrat beflockt werden soll.

Die Automobilindustrie hat in den letzten Jahren immer mehr auf solche Klebstoffarten und auch Lacke umgestellt. Nicht zuletzt, weil die VOC-Richtlinie besagt, dass Lösemittelemissionen bereits bei der Verarbeitung vermieden werden sollen.

Plastisole
PVC-haltige oder PVC-freie Pasten

Schmelzklebstoffe
Polyamid oder Polyestergranulate

Klebstoffauftrag

  • Die Qualität des Klebstoffauftrags hat maßgeblichen Einfluss auf das Bild der beflockten Oberfläche
  • Der Klebstoffauftrag muss gleichmäßig in geeigneter Schichtdicke erfolgen
  • Die Schichtdicke des Klebstoffauftragsnbeträgt idealerweise als Trockenfilm 10 % der Flockfaserlänge
  • Unterschiedliche Auftragsstärke führt zu ungleichmäßiger Flockdichte, schlechter Flockhaftung oder „Absaufen“ der Flockfasern

Kriterien zur Klebstoffauswahl

  • Substratart und Form
  • Applikationsmethode
  • Flockmaterial
  • Trocknung/Fixierung
  • Lastenheft Endkunde
  • Kosten
  • Arbeits- und Umweltschutz

Substratart
Fast alle Materialien können beflockt werden (die kein Silikone enthalten) – ob Kunststoff, Metall, Holz, Textilien, Keramik oder Acryglas.. Speziell bei Kunststoff ist die Erkennung des Typs äußerst wichtig. Oberflächenspannung und Löslichkeit des Kunststoffes sind wichtige Parameter. Formteile sollen keine scharfkantigen Bereiche aufweisen, um eine Kantenflucht zu vermeiden. Je nach Kunststoffart können so genannte Spannungskorrosionen auftreten. Weichkunststoffe enthalten oft Weichmacher, die nach und nach in den Klebstoff wandern und die Haftung beeinträchtigen. Fette, Schmutz, Trenn- und Gleitmittelreste beeinträchtigen die Klebstoffhaftung.

Applikationsmethode
Die Beflockungsklebstoffe können gespritzt, gepinselt, getaucht, gestrichen, gedruckt oder gewalzt werden. Je nach Auftragsmethode muss man die klebstoffspezifischen Eigenschaften wie Viskosität, Rheologie, offene Zeit, Topfzeit und Vernebelung kennen.

Flockmaterial
siehe Flock

Lastenheft Endkunde Von "nur schön aussehen" bis hin zu den technischen Vorschriften der Automobilkunden. Je genauer die Anforderung definiert ist, desto besser kann eine Auswahl stattfinden.

Kosten
Hier dürfen nicht nur die reinen Klebstoffkosten berücksichtigt werden, sondern auch Overspray, Reinigung der Vorrichtung und Anlagen, Energiekosten, für die Trocknung, Reinigung der Abluft sowie Betriebssicherheit.

Arbeits- und Umweltschutz
Gesetzliche Bestimmungen ändern sich ständig, sodass diese den Gegebenheiten angepasst werden müssen. Technische Merkblätter sowie Sicherheitsdatenblätter dienen als erste Informationsquelle.

Oberflächenspannung

Ein wichtiges Indiz für die Haftung eines Klebstoffes auf dem Substrat. Je geringer der Wert, desto schlechter die Haftung. Akzeptable Oberflächenspannung sollte größer gleich 38 mNm sein (alte Bezeichnung: dyn). Testmethoden hierfür sind prüftinten.

Wie kann die Oberflächenspannung erhöht werden?
siehe "Vorbehandlung" unter Funktionsweise!

Prüfungen

Um Produktionsprobleme beim Beflocken bzw. beim Klebstoffauftrag vorzubeugen, können nachstehende Prüfungen beim Flock und Klebstoff durchgeführt werden:

Vorbeugende Prüfungen

  • Leitfähigkeit von Flock und Klebstoff
  • Fließgeschwindigkeit des Klebstoffes
  • Temperatur des Klebstoffes
  • Springvermögen von Flock
  • Rieselfähigkeit von Flock
  • Hochspannung
  • Geometrie von Flockfasern
  • Oberflächenspannung
  • Klebstoffauftrag

Zerstörerische Prüfungen

  • Abriebfestigkeit
  • Flockhaftung

Ziel der Prüfungen

  • Überprüfen der benötigten Materialien, Flock und Klebstoff auf deren Verarbeitungseigenschaften. Mit dem Ziel Produktionsprobleme zu vermeiden.
  • Überprüfen der beflockten Fläche auf die erwarteten Gebrauchseigenschaften wie Abriebfestigkeit

Aktuelles

vom 16.03.2012

Praxisseminar Beflocken

1. Flockschool am 20.6. + 21.06.2012 in Wiesloch
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vom 27.01.2012

Messe O&S vom 12.06 - 14.06.2012 in Stuttgart

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vom 24.01.2012

Seminar: Beflocken von Kunststoffen

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